25 Jahre Deutsch-Polnische Freundschaft - Beispiele für eine gelungene Partnerschaft

So lautete die gemeinsame Einladung der Europa-Union MV und der Koszaliner Sozial-Kultur-gesellschaft Koszalinskie Towarzystwo Spoleczno-Kulturalne (KTSK) zum 24. Deutsch-Polnischen Seminar am 8. und 9. Oktober 2016.

Anna Bochniak-Jakubowska von der Polnischen Botschaft in Berlin mit Michael Stieber (KV MSE), Patrick Dahlemann (MdL MV) und Jürgen Lippold (Landesvorsitzender).

Der Einladung in das Hotel HAFFHUS Bellin bei Ückermünde folgten 68 Europainteressierte (37 Mitglieder/Unterstützer der Europa-Union MV und 31 polnische Teilnehmer, vor allem aus Neubrandenburgs Partnerstadt Koszalin, von der Universität des 3. Lebensalters Stettin und aus Swidwin).

Ich erlebte zwei informative und interessante Tage mit anregenden Vorträgen und Diskussionen.

Nach der Begrüßung durch die beiden Veranstalter (Landesvorsitzender Jürgen Lippold für die EU MV und Darek Pawlikowski für KTSK) betonten in Grußworten die Botschaftssekretärin der Botschaft der Republik Polen in Berlin, Anna Bochniak-Jakubowska, das Mitglied des Landtages MV, Patrick Dahle-mann und der Landesvorsitzende der Europa-Union Brandenburg, Wolfgang Balint, die Notwendigkeit, den zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Polen und Deutschen zu intensivieren. Dazu bietet sich aus meiner Sicht die Vielzahl der bestehenden Städtepartnerschaften an. Da die POMERANIA weiter greift als nur MV und auch Brandenburg einbezieht, brachte der Landesvorsitzende Balint die Möglichkeit ins Spiel, zukünftig gemeinsame Deutsch-Polnische Seminare zu veranstalten.

Eine Liebeserklärung an „das schönste Land der Welt“ machte anschließend Dr. Matthias Kneip vom Deutschen Poleninstitut Darmstadt und benannte 111 Gründe, Polen zu lieben (übrigens eine sehr schöne, kurzweilige Lektüre).

Dass der PolenmARkT in Greifswald nichts mit Lebensmitteln, Obst und Gemüse zu tun hat, sondern es sich hier um das größte Festival der polnischen Kultur handelt, veranschaulichte der Festivalma-cher Dr. Marek Fialek. Begonnen 1997 mit einem polnischen Kulturabend, gibt es mittlerweile ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm. Es bleibt zu hoffen, dass das 19. Festival vom 17. bis 26. November 2016, noch unterstützt durch zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen, nicht das letzte sein wird und dass die Befürchtungen der Organisatoren, dass es zum 20. Festival lediglich ein Plakat geben könnte, nicht eintreffen werden.

Piotr Nycz, Friedhofsverwalter des Soldatenfriedhofes Stare Czarnowo, eine von 13 Kriegsgräberstät-ten in Polen, nahm uns sehr einfühlsam und eindrucksvoll mit auf einen „virtuellen“ Rundgang über den Friedhof Glien und seine Sicht auf deutsche Vergangenheit und Gegenwart in Polen.

Über das Zusammenleben von Deutschen und Polen im Stettiner Umland berichtete Niels Gatzke vom RAA MV e. V. (Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie). Dabei unterstützt der Verein Akteure des Projektes perspektywa, die sich im Amt Löcknitz/Penkun und Gartz für eben dieses Zusammenleben von polnischen und deutschen Bürgern engagieren.
Für mich interessant zu erfahren, dass Penkun (für einige Jahre meine Heimatstadt) mittlerweile die Stadt mit dem höchsten Anteil promovierter Einwohner ist (polnische Einwohner, die an der Univer-sität Stettin arbeiten).

Aber: Das Amt Löcknitz/Penkun hatte auch 30 % Anteil an AfD-Wählern bei der Landtagswahl am 4. September.

Zusammenarbeit und Nachbarschaft in der Grenzregion, dargestellt durch Jerzy Kotlega aus Sicht des Regionalen Parlaments der Woiwodschaft Westpommern, und Polen und Deutschland in der EU - gemeinsame Interessen, andere Lösungen, anschaulich vermittelt durch Dr. Mikolaj Tomaszyk von der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan, waren zwei weitere interessante Diskussionsrunden.

Die abschließende Podiumsdiskussion befasste sich mit der Frage, Deutsch-Polnische Beziehungen - wie geht es weiter? Mein Fazit der Diskussionsrunden: Alle wollen eigentlich, aber unterschiedliche Strukturen sind zum Teil hinderlich bei der Umsetzung.

Auch wenn sich der Wettergott nicht von seiner besten Seite zeigte und der in der Einladung versprochene „andere Blick auf die Grenze“ bei der Haffrundfahrt im Grau versank, tat das unserer guten Laune keinen Abbruch und es gab eine Fülle guter Gespräche außerhalb des offiziellen Programms, sowohl an Bord als auch in den Seminarpausen und beim abendlichen Treffen mit unseren langjährigen Freunden aus Koszalin.

Mein Dank gilt allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben: Den Referenten und Moderatoren, den fleißigen Organisatorinnen um unsere Landesgeschäftsführerin Jannina Zanner und nicht zuletzt allen Teilnehmern.

Auf Wiedersehen bei unserem 25. Deutsch-Polnischen Seminar 2017.


Marion Lippold

 

 

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