Corona-Varianten: Aktueller Stand und Auswirkungen auf die Impfstrategie der EU

Die in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe sollten gegen die neuen Varianten wirksam sein, sagten Expertinnen und Experten in einem Austausch mit den Abgeordneten am 15. März. Im Rahmen der kontinuierlichen Überwachung der EU-Impfstrategie durch das Parlament informierten sich die Mitglieder des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) bei dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über die Wirksamkeit von Impfstoffen gegen Mutationen des Corona-Virus.

Dies war die jüngste von mehreren Anhörungen und Veranstaltungen, bei denen die Hauptakteure der Corona-Krise die Europaabgeordneten über ihre Arbeit auf dem Laufenden halten.


Drei Hauptvarianten in der EU
Dr. Bruno Ciancio, Leiter der Aufsichtsabteilung des ECDC, sagte während der Anhörung, dass es derzeit drei Hauptvarianten gebe, die in der EU Anlass zur Sorge bereiten: die britische Variante (24.000 Fälle in 28 EU/EWR-Ländern), gefolgt von der südafrikanischen (900 Fälle in 18 EU/EWR-Ländern) und der brasilianischen (200 Fälle in neun EU/EWR-Ländern).

Angesichts des aktuellen Wissensstandes über die Varianten sagen die Modelle des ECDC voraus, dass die derzeitigen Maßnahmen und die Impfstrategie der EU weiterhin wirksam seien, sagte er. Gleichzeitig betonte er, wie wichtig es sei, dass die Länder den Überblick über die Varianten und ihre Verbreitung behielten.

Schnellere Zulassung von Impfstoffen
Dr. Marco Cavaleri, Vorsitzender der Covid-19-Pandemie-Taskforce der EMA, versicherte, dass die EMA die Studien zur Wirksamkeit der Impfstoffe gegen neue Covid-19-Varianten genau verfolge.

Er sagte, dass der Zulassungsprozess für Impfstoffe, die an die neuen Virusvarianten angepasst wurden und ohne diese Anpassung bereits zugelassen waren, schneller ablaufen würde als bei ihrer ersten Zulassung: "Die Hersteller müssen nicht alle Unterlagen von Grund auf neu einreichen, sondern sie werden als eine Version der Proben geprüft, die zur ursprünglichen Zulassung des Impfstoffs geführt haben. Das spart eine Menge Zeit und macht die Dinge unkomplizierter und flexibler."

Die Notwendigkeit einer weltweit koordinierten Reaktion
Katherine O'Brien, Direktorin der WHO-Abteilung für Impfstoffe und Biologika, betonte die Notwendigkeit einer weltweit koordinierten Reaktion auf die Virusvarianten, um sicherzustellen, dass diese ordnungsgemäß beurteilt und überwacht werden, ihre potenziellen Auswirkungen auf Impfstoffe sowie Änderungen der Impfstoffzusammensetzung gemessen werden und der Zugang zu Impfstoffen sowie deren Verteilung gewährleistet sei.

Sie betonte auch die Bedeutung von Kommunikation für das Vertrauen der Öffentlichkeit und das hohe Risiko von Fehlinformationen über die Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe.

Ein EU-Plan zur Förderung der Partnerschaften zwischen allen Beteiligten
Die Europäische Kommission hat als Reaktion auf die neuen Corona-Varianten den Vorsorgeplan HERA-Inkubator entwickelt, der am Montag dem parlamentarischen Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) vorgestellt wurde. Ziel ist es, Forscher, Industrie, Aufsichtsbehörden und öffentliche Stellen zu koordinieren, um eine schnelle Entwicklung, Zulassung und ausreichende Produktion von Impfstoffen für neue Corona-Varianten zu gewährleisten.

Der HERA-Inkubator hat folgende Ziele:  
•    Die schnelle Erkennung und Anpassung an Virusvarianten
•    Die schnellere Zulassung von Impfstoffen
•    Bessere Produktionskapazitäten

Erfahren Sie hier, anhand der Corona-Zeitleiste, wie die EU die Auswirkungen der Pandemie bekämpft.

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