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Aktuelles
Vom Bundeskongress 2010 in Erfurt
Vom 20.-21. November 2010 fand in Erfurt, der Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen, im Gebäude des Landtages der diesjährige Bundeskongress der EUD statt. Aus unserem Landes-verband nahmen drei ordentliche Delegierte teil: Petra Daum aus Schwerin, Jürgen Lippold und Joachim Gasiecki aus Neubrandenburg; dazu war als Gastdelegierte die Landesgeschäftsführerin Claudia Weigel anwesend. Über Inhalt, Ablauf und Ergebnisse des Bundeskongresses wird in der Mitgliederzeitschrift "Europa aktiv" ausführlich informiert werden, ebenso über die Webseite des Bundesverbandes. Hier sollen nur einige wenige Eindrücke vorgestellt werden.
Zusammenfassend können unsere Teilnehmer davon ausgehen, dass wir wieder einen sehr interessanten und ergebnisreichen Kongress erleben konnten. Die Präsenz der Landesregierung war in hohem Maße gegeben. Die Referenten traten mit eindrucksvollen Vorträgen auf. In den Arbeitsgruppen wurde intensiv gearbeitet, besonders im Hinblick auf die angestoßene breite Diskussion des Verbandes um ein neues Grundsatzprogramm der Europa-Union und um die Verbandsentwicklung sowohl in den einzelnen Landes-verbänden als auch insgesamt im Bundesverband. Erfreulich, dass unser Landesverband MV im Kreis der kleinen Landesverbände einen sehr achtbaren Platz weiterhin einnehmen kann.
In der geschlossenen Mitgliederversammlung - in diesem Jahr ohne Wahlen - wurde neben den vielen weiteren Anträgen an den Bundeskongress auch zwei Anträgen unserer Landesversammlung zugestimmt: ein Antrag, der sich mit der Aufforderung an die Politik befasste, den Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre entgegenzuwirken, wurde im Plenum angenommen; der zweite Antrag, der sich mit einem Dokument des Wirtschafts- und Sozialausschusses der EU befasste, wurde zur weiteren Behandlung an den Bundesausschuss überwiesen.
Beim abendlichen Empfang in der thüringischen Staatskanzlei erwies sich der Europaminister Dr. Schöning, uns allen seit 20 Jahren aus seiner Tätigkeit in Schleswig-Holstein bestens bekannt, als guter Gastgeber. Hier war auch der Ort, an dem unser Landesvorsitzender Jürgen Lippold an den Bundeskongress 1990 in Berlin erinnern konnte, bei dem zum ersten Mal ostdeutsche Teilnehmer anwesend waren.
Alles in allem: Erfurt beeindruckte unsere Delegierten durch den Kongressablauf ebenso wie durch die eindrucksvoll sanierte Innenstadt mit ihren vielen historischen Gebäuden.
Statement des Landesvorsitzenden Jürgen Lippold
auf dem Empfang in der Staatskanzlei des Freistaates Thüringen
Sehr geehrter Minister Dr. Schöning, sehr geehrter Präsident Altmaier,
liebe Europafreundinnen und -freunde!
Zunächst ein herzliches Dankeschön für das, was wir bisher auf diesem so wunderbar organisierten und inhaltlich inspirierenden Kongress erfahren und erleben konnten. Dank auch für die Einladung hierher in die thüringische Staatskanzlei und für die Möglichkeit, einige Worte des Erinnerns an Sie zu richten.
Heute Nachmittag hat die Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht in ihrer Rede bereits an 20 Jahre deutsche Einheit und an den 20. Jahrestag der Wiedergründung des Freistaates Thüringen erinnert. Wir begehen ja in diesem Jahr eine Reihe weiterer 20. Jahrestage: u. a. wurden vor 20 Jahren in allen neuen Bundesländern Gliederungsverbände der Europa-Union - zum Teil noch vor der Wiedervereinigung - gegründet. Erinnern will ich hier an den historischen Berliner Kongress der Europa-Union vor 20 Jahren, der nach dem Fall der Mauer erstmals in Ost- und Westberlin stattfinden konnte und an dem zum ersten Mal auch Delegierte aus allen neuen Bundesländern teilnahmen. Zu Beginn dieses Kongresses wurden in der Ostberliner Nikolai-Kirche die neuen Verbände der Europa-Union den Delegierten des Bundeskongresses in einer - so würden wir heute sagen - Talk-Runde vorgestellt.
Übrigens, zwei von den damals Interviewten sind heute Abend hier anwesend: Birgit Kößling, damals Kreisvorsitzende in Leipzig und heute seit vielen Jahren unsere geschätzte Bundesgeschäftsführerin, und Jürgen Lippold, damals und heute wieder Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern.
Abschließend, meine Damen und Herren - und damit schließt sich quasi ein Kreis - will ich uns in Erinnerung rufen, wer der Moderator dieser Talk-Runde in der Nikolai-Kirche war: Es war der damalige Landtagsdirektor aus Schleswig-Holstein und Mitglied des dortigen Landesverbandes, unser heutiger Gastgeber, der Europa-Minister des Freistaates Thüringen, Dr. Jürgen Schöning!
Nachlese zum 18. Deutsch-Polnischen Seminar
Vom 24. - 26. September 2010 konnten wir in der Europäischen Akademie in Waren unser 18. Deutsch-Polnisches Seminar durchführen. Die Veranstaltung zum Thema "Brücken bauen - kulturelle Identitäten diesseits und jenseits der Grenze" erwies sich als tragfähig, so dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessante Veranstaltungstage erleben konnten. Hier sollen nur einige Eindrücke, Ergebnisse und Schlussfolgerungen vorgestellt werden:
+ Die Themen der Vorträge und die dazu gewonnenen Referenten aus Polen und Deutschland griffen unter ganz verschiedenen Aspekten den Grundgedanken "Kultur" auf, der das gesamte Seminar durchzog; sie sicherten somit ausreichende Farbigkeit im Seminar. Ob es sich um die kulturelle Arbeit im Bericht über den "PolenmARkT" in Greifswald, die beiderseitigen Erfahrung mit Schulprojekten im Rahmen der Tätigkeit von UNESCO-Schulen oder die Vorstellung des Gesamtprojekts der Bewerbung der Stadt Szczecin als "Europäische Kulturhauptstadt handelte - immer wieder traten Aspekte von Kultur im allgemeinen und von Bildung im besonderen hervor.
+ Als positiv erwies es sich, die Vertreterin der belgischen Botschaft, die Botschaftsrätin Frau Lelie, über Ziele und Möglichkeiten der belgischen Ratspräsidentschaft in der EU zu hören. Unter Berücksichtigung der kulturellen Aspekte europäischer Entwicklung brachte sie in sehr kompetenter Weise wichtige politische Grundlagen in unser Seminar ein. Wir sollten daraus die Schlussfolgerung ziehen, auch künftig die halbjährlichen Auftritte der jeweiligen Ratspräsidentschaft im Zusammenhang mit anderen Veranstaltungen des Landesversammlung zu planen, im ersten Halbjahr für das jährliche Landesseminar und im zweiten Halbjahr für das nächste Deutsch-Polnische Seminar.
+ Die zum Seminar gehörende Exkursion zum Weltkulturerbe in Stralsund war ein interessanter Teil der Veranstaltung, der viele Eindrücke vermittelte. Vielleicht wird uns gelingen, die eine oder andere Exkursion auch in eine Veranstaltung der kommenden Jahre einzubeziehen und noch inhaltsreicher zu gestalten.
+ Obwohl wir eine ganze Reihe von polnischen Gästen in Waren begrüßen konnten, bleibt es eine dringende Aufgabe, die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unserem Nachbarland zu erhöhen und auch immer wieder einmal neue Referenten der polnischen Seite einzubeziehen.
+ Auf Interesse stieß die Vorstellung eines historischen Projekts in einer kleinen polnischen Landgemeinde, mit dem die deutschen und die polnischen Wurzeln der Region in anschaulicher Weise besonders an junge Menschen herangebracht werden. Der Einladung, ein Deutsch-Polnisches Seminar dort vor Ort zu machen, werden wir mit Sicherheit nachkommen.
+ Das Interesse der Teilnehmer des Seminars spiegelte sich auch in der insgesamt positiven Bewertung der Veranstaltung in der schriftlich abgegebenen Meinungsäußerung. Allein 15 thematische Vorschläge wurden für kommende deutsch-polnische Begegnungsveranstaltungen unterbreitet. Mit diesen Anregungen können wir ganze Jahre mit interessanten Veranstaltungen füllen!
+ Auch wenn es finanziell schwierig ist, ein solches Seminar zu realisieren: Wir sollten versuchen, die Simultanübersetzung zumindest beim jährlichen Deutsch-Polnischen Seminar beizubehalten. Sie erleichtert den Seminarablauf und spart Zeit. An dieser Stelle sei unserer Dolmetscherin aus Szczecin, Frau Agata Prochotta-Milek, für ihre hervorragende Arbeit ganz herzlich gedankt!
Der Landesvorstand wird sich gleich zu Anfang des kommenden Jahres mit den ersten Festlegungen zur nächsten Veranstaltung beschäftigen müssen. Wir freuen uns jedenfalls schon heute auf das 19. Deutsch-Polnische Seminar 2011.
IV. Extremismus-Seminar des Landesverbandes
Am 27. November fanden sich viele interessierte Mitglieder und Sympathisanten unseres Vereins in Neubrandenburg zu einem schon traditionell gewordenen Tagesseminar zur Auseinander-setzung mit rechter Ideologie und besonders mit dem Rechts-extremismus zusammen. Diesmal lautete das Thema:
"Rechte Ideologie in der Mitte der Gesellschaft"
Es war eine gute Idee, dieses Thema sowohl aus deutscher Sicht als auch aus der Sicht unseres polnischen Nachbars betrachten zu lassen. Die Referenten des Tages betteten ihre Darstellungen in die jeweiligen aktuellen politischen Entwicklungen und Befindlichkeiten ihrer Länder ein und konnten so interessante Informationen über den Einfluss rechtskonservativer Ideologie auf die Bevölkerung ihrer Länder vermitteln. Sie verwiesen dabei auch auf die zum Teil fließenden Übergänge zum Rechtsextremismus.
Wir hörten von Mateusz Piskorski, Universität Szczecin und Präsident des Europa-Zentrums für Geopolitische Analysen Warschau, eine aktuelle Situationsschilderung zum Thema "Der rechte Flügel extremistischer Tendenzen im Parteiensystem in Polen nach 1989". Andreas Gudat-Wengenroth, Berlin, sprach über "Auswirkungen rechter Ideologie in der Mitte der Gesellschaft in Deutschland". Joachim Gasiecki, Neubrandenburg, äußerte sich zum Komplex "Rechte Ideologie in der Mitte der Gesellschaft am Beispiel der Zeitschrift Junge Freiheit".
Der zahlreiche Besuch der Veranstaltung und die Diskussion zu den Referaten zeigte das vorhandene Interesse an der Auseinander-setzung mit rechtem Gedankengut. Auch in dieser Veranstaltung erwies sich Frau Agata Prochotta-Milek aus Szczecin als eine hervorragende Übersetzerin. Herzlichen Dank! Sicher wird im Spätherbst des kommenden Jahres eine Fortsetzung dieser Seminarreihe des Landesverbandes und seines Bildungsringes stattfinden.